F/O/Nficial

Stumpf. Geld. Macht.

hate-speech

Hassrede im Internet – Ein offener Brief

Rent-A-Car? NEIN! Viel lieber Rant-Dakar.

Niemand mag Dich, Senegal. Wie häufig ist im Internet aber das Ansehen egal? An Senegal liegt zum Beispiel Mali: Der Plural von „malus“, also schlecht. „Die Schlechten“ also. Und als Nachbar von etwas Schlechtem, kann man nicht selber gut sein. Senegal, das hast Du dir selbst eingebrockt. Gut, ich war dort natürlich noch nie, aber meine intensive Forschung über die hochmoderne Hacker-Software „Google-Bilder“ hat mir alles gezeigt, was ich wissen muss, um ein korrekte Einschätzung treffen zu können.


Jedem ist bewusst, dass simpler Hass völlig unbrauchbar ist. Stattdessen sollte man seinen Hass gezielt auf etwas richten. Hass auszuleben ist ein ganz normales Bedürfnis. Entstanden aus dem Überordnen von sich selbst über andere, um etwas Wertschätzung zu erfahren. Man sollte also gelegentlich zumindest seinen Hass befriedigen.

Am besten geht das gegen Institutionen. Man wird nichts verändern können, verletzt niemanden persönlich und fühlt sich trotzdem gut, seine aufgestaute Wut jemanden entgegen schmettern zu können.  Vielen bleibt die Frage offen: „Gegen was kann ich denn hetzen? Ich finde Schwule ganz okay und Juden zu hassen ist ja mittlerweile dann doch auch etwas ausgelutscht.“

Verzage nicht! Suche zum Beispiel ein Produkt, was Du nicht magst.

„Deine Artikel.“

Ohh, na gut. Ich… Warum…? Okay, was auch immer. Versuche nun die Firma hinter dem Produkt ausfindig zu machen.

„F/O/N.“

Was auch immer. Nun schreibe der Firma einen Brief über deine Unzufriedenheit:

Schönen Guten Tag Herr F/O/N,

Ich finde es eine Unverschämtheit, was Sie Ihren Kunden als Inhalt verkaufen. Noch nie gab es etwas so belangloses, ein Produkt, dem es so stark an Kreativität und Innovation mangelt, dass Menschen krank davon werden. Sie rauben mir  den letzten Funken Hoffnung für diese Welt. Die Menschen verfallen in Panik. Man hat Angst vor der fortschreitenden Phrenesie, die ihre großen Arme um alles schließt, was sich in den apathischen Fingerspitzen verirrt. Ihre Artikel sind wie eine Umarmung mit einem Sterbenen, dessen letzten Worte waren: „Meins, alles meins.“

Sie schaffen eine Plattform für eine solche Ungeschicktheit der Worte, ein Stolpern des Ausdruckes, der immer wieder dafür sorgt, dass…

Okay. Ich vertrage nicht mehr. Bitte belass‘ es dabei. Wirklich, ich habe verstanden, was du meinst, aber ich kann nicht mehr. Glaub mir einfach, die restlichen Nudeln sind für Dich. 

Ach ja, der Brief. Sieht doch insgesamt schon ganz gut aus. Und wenn Du nun ignoriert wirst, dann schreibst Du in Foren, in Zeitschriften und im Radio, vermutlich nicht überall mit dem selben Erfolg, über die Inkompetenz der Firma, über fehlende Kritikfähigkeit und natürlich über Deine politische Überzeugung. Denn Du hast recht, deine Meinung, deine Ideen über Philosophie und über was richtig und was falsch ist, interessieren jeden. Oder manche zumindest. Ein oder zwei Leute, für die es sich aber lohnt anzustrengen.

Doch wenn Du das machst, behalte im Kopf, dass Du dann nicht besser bist, als wir es sind.

 

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  1. Tja

    Tja, und schon hast Du keinen rosa Lutscher mehr.

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